Auf dem Weg in die Slowakei

Anreise Prag

Am Montag morgen geht es los. Pünktlich wie die  Eisenbahn stehen Anja und Thomas um 10 Uhr vor unserer Tür und es geht los. Unser Ziel ist Kežmarok in der Slowakei. Das bedeutet 1300 km auf der Straße. Für diese Fahrt haben wir für Karo Reisetabletten gekauft, vor dem Aufbruch kein Kaffee getrunken und wochenlang Witze über Reiseübelkeit gemacht.

Die Fahrt geht quer durch Deutschland, Giessen, Bad Hersfeld, Erfurt und über die Grenze nach Prag. Dort wollen wir zwei Nächte bleiben, weil es die halbe Strecke ist und weil man Prag einfach gesehen haben muss.

Wir kommen gut durch. Gegen 15 Uhr sind wir schon in der Höhe von Chemnitz und gegen fünf überfahren wir die Grenze nach Tschechien.
Mit kleinen Cachingpausen, Fahrerwechselpausen, Pipipausen und Vignettenkaufpausen vergeht die Autofahrt wie im Flug. Und als wir bereits gegen 18 Uhr in Prag an unserem Hotel ankommen, sind wir ganz hin und weg, wie schnell es ging. Ganz ohne Übelkeit oder sonstigen unangenehmen Vorkommnissen.

Das Highlight der Fahrt war mit Abstand das Hörspiel „Wacker der Schnarchkiesel“ ein Kiesel im Flußbett, der mit dem Schnarchen anfängt und darauf hin allerhand Abenteuer erlebt, die wir an dieser Stelle selbstverständlich nicht spoilern werden. Diese spannenden 90 Minuten sollte jeder selbst erlebt haben ;)

 

Prag

Unser erster Morgen in Prag startet etwas hektisch, auf Grund einer Vielzahl an unterschiedlichen Uhrzeiten gingen wir davon aus, dass es bis 11 Uhr Frühstück gibt. So trudelten wir (glücklicherweise 9:56 Uhr) unten ein, um festzustellen, dass es dann doch nur bis 10 ist. Die ersten Sachen wurden bereits abgeräumt. Die meinten das alles verdammt ernst! In einer geordneten Formation legten wir unser Frühstück auf die Teller und setzten uns – nicht.

Alles, was essbar aussah wurde innerhalb der letztmöglichen 4 Minuten auf die Teller geladen. Der Berg aus Butter, der übrig blieb war nicht unsere Schuld, ehrlich!

 

Den Dienstag verbringen wir, wie auch die anderen Millionen Menschen mit einem ausgiebigen Stadtrundgang. Prag ist eine Touristenstadt, im Jahr 2016 waren hier 7 Mio Besucher unterwegs. Und das spürt man an allen Ecken, die Hotspots sind voll und man könnte sich fragen, wie kommen die Einheimischen hier klar?

Die Menschen kommen zu Recht hier her, die Prager Innenstadt ist voll mit besonderer Architektur modern und alt, schön zurecht gemacht und auch so marode, dass es ganz klar noch charmant ist. Prägend ist die Gothik und der Barock sagt Wikipedia, wir finden es vor allem imposant.

Wir bewegen uns schwitzend durch die Stadt, es ist heiß wie die letzten Wochen, teilweise springen wir von Schatten zu Schatten oder ruhen uns in jeden aufkommenden Luftzug aus. Unsere Route führt uns von Cache zu Cache.

 

Der Geruch von Vanille und irgendwas lecker Gebackenes begleitet uns konstant durch die Innenstadt. Karo schaut neidisch auf die Menschen, die irgendwelche Teigrollen in der Hand hielten und daraus löffelten. Es war unausweichlich, dass sobald der Ursprung dieses verrückten Gebäcks gefunden wird, eins fällig war – und zwar für Alle! Und an der Karlsbrücke ist es endlich soweit, hier werden traditionelle Trelník gebacken und mit Eis gefüllt. Eine leckere Süßigkeit als Mittagessen, danach sind wir seelig (vermutlich wegen des Zuckerschocks).

Am Abend kehren wir, unter großem Protest von Anja in den Biergarten von gestern ein, um es uns zum Abendessen gut gehen zu lassen. Bier und selbst gemachten Eistee das können die hier – und vielleicht noch eins zwei andere Dinge.

Satt vom vielen sehen kehren am frühen Abend ins Hotel zurück, um am Mittwoch morgen die letzten 700 km zum Ziel weiterzufahren.

 

 

Anreise Kežmarok

Die Weiterreise verläuft weiterhin sehr ruhig. Mit Sherlock Hörspiel und Quiz fliegen die Kilometer nur so dahin und wir erreichen das Haus mit viel Familiengeschichte in dem wir die nächste Zeit unterkommen werden am frühen Abend.

Eine Lesung zur Geschichte des Hauses für den Abend wird uns angekündigt (oder angedroht?) und wir nehmen die Räume nach einer hochoffiziellen Führung durch Thomas in Beschlag.

Abendspaziergang in Kežmarok

Nachdem wir das übliche Auspackchaos veranstaltet haben und auch jeden freien Platz im Zimmer mit etwas von uns besetzt haben, gehts zum Stadtrundgang durch den Ort.
Das Haus ist in der Innenstadt, gegenüber der wirklich schön restaurierten Burg. Die Häuser im Kern des Ortes sind auch hier gut im Schuss oder gerade noch so charmant. Richtige Ruinen gibt es zwar auch, verleihen diesen Straßenzügen allerdings genau den richtigen Hauch von Geschichte, die es braucht.

Uns wurde bereits angekündigt, dass vegetarisch Essen hier zum Problem werden könnte, aber wir wollen die Herausforderung annehmen. Die Knoblauchsuppe wurde uns bereits in Deutschland wärmstens als vegetarische Vorspeiße ans Herz gelegt. Wir kehren in ein Restaurant ein, welches immerhin zwei vegetarische Gerichte auf der Karte hat (natürlich Reis). Wir bestellen die Knoblauchsuppe, den Reis und Teignudeln und freuen uns auf unser erstes slowakisches Essen.

Die Suppe kommt, Rinderkraftbrühe mit ausgelassenem Speck mit ein paar Knoblauchscheiben. Wir lachen sehr darüber, das erste Essen und gleich der erste Fail.

Am Abend gibt es die Lesung zum Haus. Eine Biografie einer Tante von Thomas, in deren Geburtshaus wir uns befinden. Mit dem entsprechenden Patos werden uns die wichtigsten Kapitel zum Haus vorgetragen, wir klatschen Applaus und gehen zu Bett. 

Wer mehr erfahren möchte: Helga Blaschke-Pál: Blitzlichter eines aussergewöhnlichen Lebens.