Ofka

Am heutigen Morgen weckt uns zur Abwechslung nicht der stets bemühte Nachbarshund, sondern der hochmotivierte Regen. Zwischen Nieselregen, Schüttregen, leichten Regen und Gewitter ist für jeden Geschmack was dabei. Wir disponieren mehrmals unsere Pläne um, nachdem wir also heute früher aufgestanden sind für eine gestern Abend groß geplante Städtereise, fällt sämtliche Disziplin von uns ab und während wir dem Regen lauschen, verfallen wir für eine Weile in den Müßiggang.

Es ist nicht überliefert, wer dann eigentlich diesen unerwarteten Aktivitätsschub aller Beteiligten einleitete mit dem Satz: „Also entweder machen wir noch was, oder ich trinke jetzt Bier!“

Also auf zu einem ausgiebigen Stadtspaziergang in Kezmarok. Der Regen war inzwischen im Aggregatzustand „sanftes tropfen“.
Mit Schirm und Regenjacken gings also noch einmal durch die Stadt. Zuerst zu der berühmten Holzkirche, die natürlich wegen Mittagspause noch zu hatte und dann auf zum Friedhof – da gabs noch mehr palsche Familiengeschichte zu entdecken. Unterwegs treffen wir auf eine kleine Katze, die wir mit miesen Taschenspielertricks dazu bringen ein gutes Motiv abzugeben.

Eintritt für die Kirche verweigern wir auf dem Rückweg und besuchen eine andere in der Nähe der Burg. Das es hier auch Eintritt kostet, übersehen wir leider und machen dafür um so mehr verbotene Fotos.

Völlig übermütig beschließen wir nach der obligatorischen Pipipause noch einen kleinen Ausflug nach Tatranská Lomnica zu machen, ein etwas schönerer Touristenort als gestern und mit jeder Menge Möglichkeiten Schnickschnack zu shoppen. Von hier aus starten die Seilbahnen zur Lommnitzer Spitze und einige andere tolle Touren. Ursprünglich wollten wir uns eine Karte für die Spitze für Montag kaufen, aber der Preis von über 50 Euro hält uns davon ab. Wir machen noch eine kleine Chacherunde, bei der der Wanderpal todesmutig einen reisenden Bach überqueren muss um an die Dose zu kommen.

Durch den Regen sind die Berge um uns herum in Dampf, Wolken und Nebel gehüllt. Die Luft ist frisch und man kann fast erahnen, warum man sich früher hier zur Kur niedergelassen hatte.

Natürlich kommt es wie es kommen musste, nach erfolgreicher kleinen Cacherunde unterliegen wir den Versuchungen der Souvenirläden und schlagen zu. Und ja der doofe Wanderpal hatte recht, Ofka das Plüschschaf sitzt nun auf dem Sofa und lächelt uns treu ergeben an.

Wir fahren nach Hause, kochen Essen, klatschen wie immer Applaus und gehen ins Bett.