Scheitern auf hohem Niveau*

Heute wollten wir eine große Chachetour machen, eine Runde 10 km, ein wenig Steigung und 12 Dosen am Weg. Das Wetter spielt auch mit, die Sonne scheint wieder prächtig und wir kommen pünktlich los.

Auf dem Weg zu unserem Ziel können wir die hohe Tatra als Bremsklotz für die Wolken beobachten, ringsrum wunderbarer Sonnenschein, nur am Gebirge gibt es Stau und die Wolken türmen sich um die Gipfel.

Nach einer ca. 30 minütigen Autofahrt, in der Nähe von Svit und hinter einem grusligen Industriegebiet starten wir unsere Tour. Hier scheint niemand wirklich zu wandern, die ganze Welt ist auf dem Rad unterwegs. Alt und Jung, E-bikes (buhhh), Trekking und Rennräder – alles dabei, nur kein Wandersmann.
Wir sind in einem kleinerem Skigebiet eine schöne blühende Wiese rechts neben uns, links ein paar nette einzelne Häuser vor Nadelwald, und vor uns ein schöner bewaldeter „kleiner“ Berg.

Leider verzögert sich unser Start, denn Anjas Wasserflasche ist ausgelaufen, also müssen wir erstmal alle Rucksäcke und sämtlichen Inhalt des Kofferraums in der Sonne trocknen, klar dass dies mit den üblichen Mobbing-Attacken begleitet wird. Wir starten unsere Tour und laufen auf einem Kieselweg genau auf den Berg zu, bevor wir die paar Häuser hinter uns lassen, werden wir mit Schildern darauf hingewiesen, dass es hier Bären gibt. Das ist gruselig und toll, beängstigend und faszinierend alles gleichzeitig!
Kleiner Spoiler vorweg: Wir haben keine Bären gesehen.

Da auf unseren digitalen Karten kein wirklicher Weg eingezeichnet ist, versuchen wir uns an den Koordinaten des ersten Caches zu orientieren. Wir folgen einen Asphaltweg durch den Wald, Markierungen lassen darauf schließen, dass es hier vor kurzen ein kleines Radrennen gab. Als der Asphaltweg eine scharfe Linkskurve nach oben macht, entscheiden wir uns für gerade aus. Der Weg führt noch eine Weile an einem kleinen Bach entlang, dann geht es konstant leicht bergauf. Dann müssen wir uns zwischen zwei auf unseren Karten nicht eingezeichneten Wegen entscheiden. Gerade aus (leichte Steigung) oder links (fast senkrecht). Klar gehts steil bergauf, der Cache scheint ja in die Richtung zu liegen. Wir beginnen also wieder mal mit einem so gut wie senkrecht laufenden Weg, der niemals enden will. Wir überwinden auf kürzestem Weg ungefähr 260 Höhenmeter. Der Ausblick ist toll, nur ist jetzt klar, wir haben uns unten definitiv für den falschen Weg entschieden. Wir laufen oben am Berg ein Stück weiter um nach 3,5 km Strecke festzustellen: hier ist Schluß mit Weg.
Wir müssen umkehren, die Aussicht an anderer Stelle den Berg wieder hinauf zu kraxeln, Erfüllt uns mit grauen. Wir beschließen also beim Rückweg bereits diesen Weg als gute Übung zu sehen für die nächsten Tage und wieder zurück zu fahren. Ohne ein Cache. Vermutlich hatte es also einen sehr guten Grund, dass die Wege nicht auf den Karten zu sehen waren.

Zu Hause angekommen plündern wir Chips und Süßkram und verfallen in eine nette Nachmittagslethargie, trinken Radler und Bier und lassen es uns bei wehenden Gardinen und gelegentliche Gesprächsfetzen auf dem Sofa gut gehen.

Bevor wir endgültig in die komplette Starre verfallen, raffen wir uns nach der Quengelei vom Wanderpal noch einmal auf und packen die Kameras zusammen. Für Sonnenuntergangsbilder. Wir gehen einmal querfeldein auf den Hügel hinter die Burg und positionieren uns dort mit den Kameras und Blick auf die hohe Tatra.
Auf jeden Fall hat es sich das gelohnt!
Danach kochen wir, Ofka klatscht Applaus und wir gehen ins Bett.

*1095 Meter