Slowakischer Wanderweg

Oder: die Autobahn der hohen Tatra

Es ist gutes Wetter angesagt! Ein kurzer Blick auf die Berge: Jawohl kein weißes Häubchen auf dem Gipfel, es lohnt sich und wir machen uns auf die Socken.

Der Start unserer Tour ist wieder das uns inzwischen wohlbekannte Tatranska Lomnica. Von hier aus möchten wir uns auf eine mehrstufige und hoch komplexe Seilbahn/Sessellift/Zahnradbahn-Reise begeben. Zum Glück scheint der Wanderpal zu wissen, was wir für Fahrkarten benötigen, so können wir uns hinter seinem Wissen gemütlich ausruhen und den Kaufprozess ihm überlassen. Für spätere Motzereien ist das immer ganz praktisch…
Unser erstes Ziel soll der Lommnitzer Sattel sein. Dafür nimmt man also eine 4-Personen Seilbahngondel um zu einer Zwischenstation zu gondeln. Von da aus nimmt man eine 12-Personen Kabine um nach Skalnatè Pleso zu fahren. Und von da aus einen freischwingenden zweier Sessellift zum Sattel. Seht ihr – Ganz einfach!

Wie wir, so möchten auch sehr viele andere Menschen nach oben, wir müssen eine geschlagene Stunde anstehen. Was wir dort erlebt haben, lest ihr beim Wanderpal.

Endlich oben angekommen, werden wir mit einer tollen Aussicht belohnt. Wagemutig holt uns die Wanderpalin noch einen T5/D5 Cache an den Schneefanggitter. Ein grenzwertiger Cache, zumal sehr viel lose Steine herumliegen, alle Menschen einen beobachten und die Absturzgefahr auch nicht zu verachten ist. Und die Wege in der Regel nicht zu verlassen sind. Wir nehmen ihn trotzdem, der fehlt uns noch in der Statistik – wir Cachehuren.

Wir erkunden den Sattel, machen eine kleine Essenspause und nehmen den Sessellift nach ca. 427 Fotos wieder zurück. Die Aussicht auf dem Lift ist atemberaubend, wir „saussen“ nach unten. Gerade als wir uns langsam sicher auf dem Ding fühlen, hält der Lift kurz an. Wir gehen erwachsen damit um und lassen die 30 Sekunden Stopp ohne Panikattacke über uns ergehen. Da wurde einer älteren Dame geholfen aufzusteigen.

Unsere Wanderung startet nun vom Sknalnaté Pleso. Wir folgen den weiß/roten Markierungen. Der Weg führt in sepentinform den Berg hinab, nach Hrebienok. Der Weg ist eine Herausforderung, er führt auf groben Felsbrocken entlang, hier sollte man auf jeden seiner Schritte achten. Das tun wir, die Aussicht kann nur stehend genossen werden. Also stehen wir recht oft und schauen ins Tal. Zu Beginn ist der Weg noch von niedrigen nadelbaumähnlichen Büschen gesäumt, und je weiter herunter wir kommen, desto mehr Bäume gibt es und desto größer werden diese. Die ersten Laubbäume werden sichtbar. Hier kann man live die unterschiedlichen Vegetationsstufen am Berg beobachten. Das ist recht spannend.
Den Weg teilen wir uns mit Horden an Menschen, was nach der langen Wartezeit unten ja auch nicht wirklich verwunderlich ist. Viele der Menschen sind friedlich und stören uns nicht, da wir sie ja auch nicht stören. Man lächelt sich an, oder auch nicht und ignoriert sich ansonsten. Und dann gibt es dann noch die seltener auftretenden Großgruppen, die sich über 50 Meter anschreien und deren Kinder garantiert dumme Sachen machen, zum Beispiel Anderen in die Hacken laufen. Diese Menschen versuchen wir abwechselnd mit stehen bleiben oder schneller Laufen abzuhängen. Das gelingt recht oft und so können wir das tolle Naturspektakel weiter genießen.
Es sind überraschend viele Familien mit ihren Kindern sämtlichen Alters unterwegs, das kennt man vom normalem Wandern in Deutschland eher selten. Es gibt auch relativ wenige, die getragen werde, die Meisten hüpfen munter über Stock und Stein, dass sieht stellenweise abenteuerlich aus, scheint aber immer irgendwie gut zu gehen.

In Hebrienok gibt es noch eine kurze Fahrt nach unten zum Bahnhof in Stary Smokovec. An dieser Stelle erwähnen wir nur kurz, dass auch dieses Fortbewegungsmittel sehr voll war, wir allerdings über ein so gutes Timing verfügten, dass die Bahn fast mit unserer Ankunft auch gleich abfuhr. Wir waren also die Jenigen, die sich die kürzeste Zeit zwischen all die anderen Menschen quetschen musste. Das ist ja auch sehr nett.

Am Bahnhof lassen wir uns einige unverständliche Ansagen um die Ohren hauen und hantieren mit zwei unterschiedliche Abfahrtstafeln, keine der angeschlagenen Zeiten stimmte letztendlich, aber auch das ist im Urlaub ja so ziemlich egal. Wir kommen zum Auto zurück und erledigen den obligatorisch verwirrten Einkauf im Tesco um am Abend vom Wanderpal persönlich mit vegetarischer Spagetti Bolognese verköstigt zu werden. Wir applaudieren dem Koch und gehen nach Speis und Trank zu Bette.